Freitag der 13. (Satire)

28. Juni 2009 at 15:40 (Eigene Geschichten)

Freitag der 13.
Mai 2005

Total verkatert wachte ich auf. Mein Schlafimmer stank schlimmer als die Kneipe gestern Abend und nachdem ich 1 1/2 Flaschen Wasser heruntergekippt hatte, versuchte ich erstmal, meinen fauligen Mundgeruch zu beseitigen. “Oh mein Gott!?”, schoss es mir durch den Kopf, als ich das das Kalenderblatt sah: Heute war Freitag der 13.. Normalerweise glaubte ich an so etwas nicht, muss ich dazu sagen, aber es ist schon nervig genug, wie alle auf diesen Tag reagieren und das alleine mach Frietga den 13. zu einem schlechten Tag. Während sich immernoch alles um mich herum drehte und mein Kopf kurz vor der Explosion stand, ging ich in die Küche und kochte mir einen Kaffee. Das kochende Wasser landetet direkt auf meiner linken Hand statt wie geplant im Filter. Aber kurz gekühlt und gut war’s! Dann schnitt ich mir mein Brötchen für das Frühstück auf. Es hat fast nicht mehr geblutet, nachdem ich ca. 10 Minuten lang vergeblich versucht hatte, die Blutung zu stoppen, die durch die klaffende Wunde entstand, die ich mir dabei zugezogen hatte. Das Brötchen hatt viel davon abbekommen und war getränkt, da ich eine Vene getroffen hatte. Der Mülleimer freuete sich über einen Snack zwischendurch. Meinen Kaffee hatte ich dabei ganz vergessen. Der lief bereits über und aufgrund der vielen Hektik verbrannte ich mir beim Trinken glatt meine Zunge daran. Blöde Sache, aber na ja – halb so wild, wenn man bedenkt, wie glatt es draußen war und dass ich mich mit dem ersten Schritt in die Freiheit auf die Nase legte. Der Arzt meinte später, das Jochbein sei gebrochen, aber was was soll’s – ich meine … meine nase war so wieso schon immer schief gewesen. Zuvor hatte ich jedoch noch feststellen müssen, dass meine Zahnpasta leer gewesen ist, genau wie das klopapier. Und warmes Wasser gab es irgendwie auch nicht, wahrscheinlich waren die Rohre eingefroren. Na ja – das passiert schließlich auh jedem Mal, also kein grund sich aufzuregen. gerade wollte ich ins Auto steigen und losfahren, da läuft mir eine Katze über den Weg. Schwarz, die vom Nachbarn. Ich begann zu grinsen und beugte mich herunter, um sie zu kraulen, als sie zuschnappte und mit buschigem Schwanz davonrannte. Dabei war sie doch sonst immer so lieb gewesen. Die Wunde wurde ziemlich dick, zu blöd, dass ich eine schwere katzenallergie habe. Auf dem Weg in die innenstadt kam ich nur stockend voran. Scheinbar gab es einen unfall. Ich war dankbar, dass ich nicht darin verwickelt war. Eine Stunde Stau hatte ich in diesen chaotischen Morgen nicht eingeplant. Trotzdem hatte ich noch einen Parkplatz bekommen. Wenn es auch der Behindertenparkplatz war, macht gar nichts, ich habe einfach ein Foto meiner zukünftigen Schwiegermutter hinterlassen. An der Büromauer stand eine Leiter. Die bemerkte ich jedoch erst, als ich schon darunter durch gelaufen und gleich dahinter mit meinem Chef zusammengestoßen war. Urlaubstage gekürzt. Na ja, ich habe eh gerade erfahren, dass meine Verlobte den Unfall verursacht hatte, wegen dem ich im Stau stand und dass sie nun im Koma liegt, deswegen wird es wohl auch nichts mit dem geplanten Karibikurlaub. Mein Gehalt reicht nach der Kürzung eh nicht mehr aus, um diesen abzubezahlen, vielleicht gerade für die Stornierung. Ich kann wirklich froh sein, dass ich nicht fristlos entlassen wurde, ich darf immerhin bis zum Jahresende bleiben. Schade nur, dass bereits Dezember ist. Auf meinem Schreibtisch stapelte sich das Papier. Ich konnte mich gar nicht entsinnen, dass ich gestern so viel liegen gelassen hatte. Meine Kollegen hatten irgendwie nicht so viel zu tun. Na ja…
Aber dann fing der Tag erst an, richtig schlimm zu werden. “Freitag der 13. – hoffentlich geht alles glatt!”. das Gesülze ging mit tierisch auf die Nerven. Spätestens, als mein Schreibtischstuhl unter mir zusammenbrach, brachen auch meine Kollegen in Hysterie aus. Dauernd redeten sie davon, dass ich von einem Fluch besessen sei. So ein Blödsinn!
Schließlich verlief meine Mittagspause doch relativ glimpflich. Nach 30 Minuten Anstehen an der Schlamnge in der Kantine habe ich noch den Bodensatz des Großkochtopfes bekommen, der seit ca. einer Woche mit demselben Essen gefüllt war. Das war Glück, denn ein Kollege hinter mir ging leer aus. Ich kehrte ins Büro zurück. Ich merkte, wie meine Kollegen mich eindringlich anstarrten und jede Bewegung verfolgten.
Mein Handrücken juckte. Er war stark angeschwollen von dem Biss und hatte ganz viele bunte Farben. Sah eigentlich ganz witzig aus, war aber eindeutig entzündet und schmerzte ziemlich. Aber macht nichts. Es war mir allerdings ein Rästeln, wieso mir ständig so schwarz vor Augen wurde. Ich wollte nach Hause fahren, um mich hinzulegen.
Gesagt getan.
Ich fuhr noch schnell einkaufen.
Mein Libelinsgessen hatten sie aus dem Sortiment genommen. Das Fleisch beim Schlachter sah auch nicht gerade frisch aus. Und die Kassiererin hatte eindeutig keine Lust auf die 1.Cent-Stücke. Aber was sollte ich denn machen? Mein Konto war nach der letzten Buchung in die roten zahlen gerutscht und meine besten Aktien waren in den Keller gefallen. Als die Verkäuferin beim Bäcker mich dann auch noch anpflaumen musste und ich zurück schrie, suchte ich lieber schnell das Weite, denn die Security hatte schon von weitem auf mich gezeigt.
Bei der Polizeikontrolle auf dem Heimweg fiel mir auf, dass ich das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung, das man wohl neu aufgestellt haben musste, übersehen hatte. Mit Fahrzeugpapieren konnte ich leider nicht dienen, die hatte ich im Büro liegen gelassen. Gottseidank hatte ich meinen Führerschein dabei. Über das Foto in meinem Autofenster wunderte sich der Wachtmeister, jedoch sagte er vorerst nichts dazu. Als man mir schließlich vorwarf, dass ich eine Fahne hätte, wurde ich hysterisch. Schließlich konnte ich doch nicht wissen, dass meine Zahnpasta leer war. Ich musste auf jeden Fall noch blasen. Ich konnte froh sein, dass ich nichts mehr intus hatte. das hätte gut angehen können nach dem letzten Abend. Irgendjemand musste meiner Verlobten von dem Seitensprung erzählt haben, sonst ist sie nämlich eine sehr gute Autofahrerin. Auch komisch, dass sie heute morgen gar nicht zu Hause war. Den Brief, der heute morgen am Scheibenwischer war, hätte ich jedoch vielleicht lesen sollen. Aber es waren ja auch bestimmt 50 Leute in der Kneipe gewesen, die gesehen hatten wie diese Chantal mich zu sich auf den Billiardtisch zog. So betrunken hatte ich dann eben auch keine Hemmungen mehr, ist doch verständlich und kann jedem mal passieren. Ich glaube, mein bester Freund hat das Ganze auf Band. Alkohol ist aber ein gutes Alibi.
Erst dann, kurz vor der Weiterfahrt, bemerkte ich das Knöllchen an meinem Scheibenwischer. Zu dumm, dass es derselbe Polizist war, der mich jetzt angehalten hatte. Saftiges Bußgeld. Und eine endlose Predigt. Als ich dann endlich weiter fahren durfte, sprang mein Motor nicht an. Die gelben Engel kamen ca. 2 Stunden nach meinem Anruf, um mich abzuschleppen und begrüßten mich mit einem mitleidigen “Hey, Freitag der 13. ist wihl nicht gerade Ihr Glückstag!?” – woraufhin ich nur aufgesetzt grinste und ungeduldig wartete, bis die Männer in der Werkstatt mir schließlich die niederschmetternde Diagnose gaben: Schrottreif.
Blöd gelaufen. Vor allem hatte ich den Wagen gerade vor einem Monat als jahreswagen gekauft. Ich wunderte mich Montag schon, als ich in der Zeitung von seiner Insolvenz las.
Zeit also für einen neuen Wagen. Ich setzte mich in den nächsten Bus gen Heimat und überlegte, welche Bank mir noch einen Kredit geben würde. Dass die nächste Bushaltestellen von mir zu Hause 2 km entfernt war und es schneite ohne Ende, konnte ich dann auch nicht mehr ändern. An eine Jacke hatte ich auch nicht gedacht, schließlich war es immer warm im eigenen Auto. Zu Hause angekommen musste ich feststellen, dass mein Türschloss eingefroren war. Da ich leider selbst auch nicht gerade viel Wärme ausstrahlte, reif ich den Schlüsseldienst, der dann meinte mich mit dersekben sinnlosen Parole begrüßen zu müssen, wie zuvor die gelben Engel.
Ach, ich verstehe gar nicht, was die immer alle haben, schließlich ist das doch nun wirklich ein Tag wie jeder andere auch.

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Paul & Lilly (Fabel)

28. Juni 2009 at 15:36 (Eigene Geschichten)

Paul & Lilly (Fabel)
(23.10.2005)

Eines Tages brachte eine Wolfdame ihren Sohn zur Welt. Sie und ihr Rudel tauften ihn Paul. Vom ersten Tag an wussten sie, dass er anders war. Und als Paul alt genug war, um seine eigenen Entscheidungen zu treffen, sagte er zu seinem Rudel: „Ich werde ab jetzt keine Schafe mehr töten und essen, so wie ihr es tut. Ich werde andere Wege finden, um mich zu ernähren!“ – Sein Rudel aber lachte nur.
Dann plötzlich starb Pauls Vater, der das Rudel führte und ein neuer Anführer musste gewählt werden. Da stritten alle Wölfe so heftig, dass 3 ihr Leben ließen. Von da an herrschte nur noch streit im Rudel. Der neue Anführer Dave meinte zu Paul: „In meinem Rudel ist kein Platz für Wölfe wie dich! Entweder du jagst wieder, oder du musst gehen!“. Doch Paul blieb bei seiner Meinung und musste gehen.
Paul lief in die weite Welt hinaus und kam zu einer Wiese, auf der grasten viele Schafe. Alle liefen weg, als sie Paul sahen, bis auf eines, das blieb stehen und ließ sich nicht stören. Als Paul das Schaf fragte, wieso es nicht weggelaufen sei, antwortete es: „Ich habe nichts zu verlieren in diesem alltäglichen Leben. Jeden Tag dasselbe und keine Besserung in Sicht. Freß mich ruhig, wenn du willst!“ – aber Paul schüttelte den Kopf und meinte: „Nein, ich fresse dich nicht, denn ich fresse keine Schafe!“ – „Nun gut!“, meinte das Schaf etwas verblüfft. Er stellte sich neben das Schaf und fraß grünes Gras mit ihm. Kurze Zeit später kam eines der anderen Schafe zurück und rief: „Hey, Lilly. Wir waren krank vor Sorge. Nun komm, bevor der Wolf dich frisst!“ – aber Lilly rührte sich nicht und schüttelte nur den Kopf. Das andere Schaf schaute es fragend an und rief: „Dann überlasse ich dich dem Schicksal, du bist selbst Schuld!“, es drehte sich um und ging.
„Die sehe ich nie wieder!“, meinte Lilly etwas unsicher.
„Macht ja nichts,“ – erwiderte Paul, „du hast ja jetzt mich!“
Lilly nickte und sie fraßen weiter.
Von da an gingen die beiden gemeinsam durchs leben. Wo die beiden auch hinkamen, wurden sie ausgelacht, was für ein lächerliches Paar die beiden doch wären. Doch Lilly und Paul kümmerten sich nicht darum.
Dann eines Tages liefen die beiden an Pauls zu Hause vorbei. Das einzige, was Paul fand, waren die Überreste seine Familie. Da fing er ganz bitterlich an zu weinen. Und Lilly kam, um ihn zu trösten und sagte: „Hey, du hast doch mich!“.

Moral: Sei, wie du sein möchtest und nicht, wie andere dich gerne hätten!

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